Archiv für den Monat: Juni 2013

Digitales Bewusstsein – von wegen digitale Demenz!

Zug um Zug habe ich in den letzten Jahren mit dem in Besitz Nehmen des neuen digitalen Kontinents und dem daraus sich ergebenden Informationsumsatz jedwede rechtliche Verankerung in dem taditionellen, uns durch Unterricht und Medien vermittelten Staatswesen und den Respekt vor seinen Organen verloren. Ich handle nur mehr auf ganz individuellen Einsichten zu Kategorien der Moral, von notwendiger Verbindlichkeit und Vertrauen.
Wenn man sich also mal trennt, vom gewohnheitsmäßigen Verorten im Staat, dass man also die Anzeichen von Widerlegungen dazu nicht als zufällig jeweils einzeln abtut, sondern als systematisch und geradezu kennzeichnend sammelt,so muss man leider einsehen: Offenbar gibt es überhaupt nichts zu verteidigen, all die selbstverständlichen vermeintlich gültigen und unser Gemeinswesen konstituierenden Bürgerrechte gilt es erst noch zu erlangen.

Motiviert zu dieser Reflexion hat mich gerade mal diese Zusammenschau der Überwachung in der BRD durch die Alllierten und die Fortführung der Tradition bis heute; Abhören im Adenauer-Deutschland und im Neuland.

Gelegenheit macht Diebe –

ein Hauptproblem der Datenhaltungen (prismatische Vorratsdatenspeicherung, alle Besitztümer und Bank-Konten beim Finanzamt verwaltete) dürften die damit verbundenen Gelegenheiten sein,
und diese werden sich vollumfängich im Laufe der Zeit erst noch herausstellen, und das dürfte wohl zunächst das größere Problem sein, bevor in einer weiteren Eskalationsrunde die latenten Systemkrisen unserer Staaten zum Löschen von Tweets usw. einzelner wie jüngst in der Türkei führen, also wenn behauptet wird, jemand würde dem Tod durch einen Terroranschlag jegliche denkbare Datenspeicherung über sich vorziehen, so möge sie in Betracht ziehen, dass z.B. eine hoheitliche Person, beispielsweise ein Bediensteter des Sozialamtes zufällig ansichtig gewordene Daten zur Durchsetzung ganz privater Interessen verwendet. Dass dies nicht nur für einfache Bedienstete gilt, sondern auch für die allerhöchsten Ämter im Staat, zeigt diese nette Liebesgeschichte aus unserem Nachbarland. Dies nur als kleine Warnung für alle jene, die gar nix zu verbergen haben und dem Staat, seinen Organen und den darin beschäftigten Menschen grenzenloses Vertrauen entgegenbringen und der Bekämpfung des Terrorismus allerhöchste Priorität einräumen:
NECAS

Drohnen, Lügen und neue Standards

Im Bundestag tobt die Opposition.  Die Beschaffung von neuen Systemen für die Bundeswehr zieht sich in der Regel jedoch über viele Jahre hin, und das ist ein Problem. Denn in dieser Zeit sind fast alle Parteien mal an der Regierung und hängen bei den Rüstungsprojekten mit drin. Auch das Verhalten von Grünen und SPD ist problematisch, beide Parteien waren während ihrer Regierungszeit selbst an dem Drohnenprojekt beteiligt. Unter Fachkreisen ist die Notwendigkeit des Einsatzes von unbenannten Fliegern unumstritten! Es ist also weniger die Frage ob Maiziere lügt, sondern wer am meisten lügt.

Dabei ist leider festzustellen, es muss mit Waffengeschäften und Bundeswehraufträgen auf jeden Fall Geld verdient werden, sonst würde gewisse Teile der deutschen Gesellschaft verarmen. Was da unter Verweigerung von Transparenz aus Gründen des Geheimnisschutzes läuft, ist  wohl überwiegend ganz primitive Geschäftemacherei. Und jeder Verteidigungsminister, der dieser Sache nicht von Beginn an und unter Begleitung der Öffentlichkeit auf den Grund geht, wird irgendwann  stolpern.

Es ist eine erkenntnisfördender Hypothese, dass die eigentlichen Geheimnisse technisch gesehen, oft den öffentlich behandelten Gerätschaften – hier mal Drohnen – um das hundertfache der Leistung jener Gadgets überlegen sind, die von den Diensten tatsächlich relevant eingesetzt werden.  Da ja mit der Veröffentlichung zu PRISM von Edward Snowden  und dessen politischer Behandlung deutlich wird, wie wenig vertrauenswürdig diese Dienste sind und wie vieldeutig deren Terrorabwehr funktioniert, sollten wir uns doch auch mit anderen konkreten Erscheinungsweisen dieser Dienste beschäftigen. Im abgeschnorchelten Internet ist ja schon lange nicht mehr zu finden als all das, was wir Terroristen sowieso überall herumposaunen. Unsere Waffen- und Sprengstoffverstecke sind also durch ganz andere Abhör-Techniken in Gefahr. Wenn wir bisher also in den Wald gegangen sind, um uns da abzusprechen und Krypthocodes auszutauschen, müssen wir uns da mit einer ganz neuen Gefahrenlage konfrontiert sehen. Dass die Dinge immer kleiner werden, ist ja wohl selbstverständlich.   Auch Die Welt hat sich dieser Micro Aerial Vehicles angenommen, extrem kleinen autonomen Flugrobotern, die unauffällig hinter

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feindliche Linien gelangen sollen. Sie tragen auf jeden Fall Kamera und Mikrofon, man erspart sich eine Menge Steuerungslogik und beziehen aus der Bewegungsenergie des Flügelsschlags elektrische Energie für den Eigenverbrauch.

In dem Fall sag ich mal gottlob, denn ich habe ich einen sehr wirksamen Reflex auf rumfliegendes Zeugs.

 

Bildung breiter aufstellen – Politik soll Bildungsbedarf außerhalb formaler Bildung unterstützen!

Alle Parteien kokettieren mit einem „Bildungsprogramm“. Diese umfassen jedoch allesamt nur die Perspektive Kinderhort bis Universitätsabschluss. Dieser Kritik entgegnete Frau Künast jüngst bei einer Podiumsdikussion der Grünen (05-2013) mit Verweis auf das Meister-Bafög. Diese Förderung erhält man nur, wenn man unter 30 ist, schon einen Berufsabschluss hat und bestimmte anerkannte Abschlüsse anstrebt. Wer die regelmäßigen Präsenzkursangebote abends nicht erreichen kann und einen Fernkurs belegt, wird nicht gefördert. Eine kleine Förderung für Erwerbstätige, die von mir im Landkreis ausgegebene Weiterbildungsprämie, läuft in einem Jahr aus.

Das Problem ist riesig, hatte jedoch auch im Saal keine Lobby: In Deutschland haben 2,2 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 34 keine abgeschlossene Berufsausbildung. 1,8 Millionen haben einen Schulabschluss, 800.000 sogar einen höheren, 16,1% davon haben Abitur! Die Altersspanne bis 65 dürfte weitere 4-5 Millionen umfassen. Viele von diesen Menschen erstreben gar nicht umfangreiche Abschlüsse. Einem zugewanderten Schweißer reichten einige Schweißkurse zu einer verbesserten Qualifikation. Wenn jemand in einem kleineren Betrieb beschäftigt ist, können sich sehr häufig weder der Betrieb noch die Beschäftigten auch nur eine kleine Weiterbildung leisten. Förderungen der Arbeitsagentur sind praktisch am Ende. Frau Künast bestätigte, dass auch sie selbst, im Falle einer Arbeitslosigkeit, wenn sie um Unterstützung für eine Anpassungsqualifikation ansuchte, nur die beleidigende Auskunft erhielte, sie sei zu alt. Obwohl man als Betroffene persönlich damit rechnet, noch 15 bis 20 Jahre erwerbstätig sein zu müssen.

Leider ist die Diskussion über Bildung viel zu sehr bestimmt von Eltern, die offenbar davon ausgehen, dass sie die allergescheitesten Kinder mit einem ganz besonderen Förderanspruch haben. Mehr Geld für die Schule wird an der Tatsache nichts ändern, dass es nicht nur Beste gibt! Es wird vergessen, was schon ein Blick auf die Entfaltung der Natur verrät, dass sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Tempi entfalten. Dem werden unsere immer mehr standardisierten Abschlüsse und unser Elitenbewusstsein nicht gerecht. Unsere Gesellschaft ist getragen von der Masse!

Die Parteien müssen auch erkennen, der größte Teil von Bildung erfolgt informell – außerhalb und nach der Schule und Universität  – aber auch das benötigt viel Geld!