Archiv für den Monat: April 2013

ist immer mehr Überwachung immer mehr Sicherheit?

Wo jetzt nach Boston unseren Innenministern gleich wieder nur einfällt, mehr Überwachungskameras zu fordern und die andere Seite mal abgesehen von dem Verweis auf die personellen Engpässe der Polizei nur mehr moralische Bedenken ins Feld führt, fällt mir auf, dass die zunehmende Überwachungskultur anscheinend prinzipiell “guten” Manieren und hohe moralischen Standards bei allen Vollzugskräften  unterstellt. Wenn ich dann so lese, dass jeder dritte Finanzbeamte Bürger ausspioniert hat,  ähnliches von allen Menschen mit diversen Zugriffsrechten höre, und an die zunehmende (oder immer mehr kommunizierte) Polizeigewalt gegen Bürger denke, an andere Neugierexzesse von schlafzimmerüberwachende Polizisten – wo sind da Hemmungen zu erwarten, mit meinen Bestandsdaten verantwortungsvoll umzugehen? Wann verschwindet Geld von Konten – ist es schon passiert nur mangels Vorstellungskraft noch nicht entdeckt? -

Vermutlich entdecken wir dann bald wieder, dass die Verteidiung unserer individuellen Persönlichkeitsrechte gegenüber der wachsenden Begierde des Staates tiefere Gründe hat, als die einer moralischen Forderung.

 

was Teppiche schmuggelnden Ministern einfällt

oase
Selbstverständlich müssen wir die Entwicklungshilfe für z.B. für Ghana stoppen, weil dort – wie übrigens in allen Ländern der Welt – Ausländer Geld anlegen. Was die Nutznießer der Hilfe-Projekte mit den Bankeinlagen zu haben, dass fragt mal die FDP oder gebt einfach eine Antwort, mit einem Kreuz nicht an dieser Stelle.

meine täglich genommene Freiheiten

kamera Angesichts des selbstbewussten Auftretens all der tugendhaften, sendungsbewussten, moralinsauren nichtszuverbergenhabenden Politikelite möchte ich mich auch in Gegenwart meiner Landtagskandidatur outen:

Ich lasse mir meine Persönlichkeitsrechte nicht nehmen:
Ich möchte auch im öffentlichen Bereich ohne Beobachtung durch hoheitliche Spanner nicht nur Nasenbohren, ich möchte auch knutschen, fummeln (natürlich solange ich damit niemand außer Kameras provoziere), ich möchte auch den leeren Aufzug oder U-Bahnzug ohne lustvolles Fremdschämen unbekannter Beobachter zu einem Quicky nutzen, also den kategorischen Imperativ voll ausnutzen können.

Ich möchte auch meinen Playboy und meine Nationalzeitung am Kiosk kaufen können, ohne damit rechnen zu müssen, dass ich jemand über deren Verwendung Rechenschaft abgebe.

Ich möchte das Ottokatalogsortiment durchbrowsen können, ohne nach dem Erwägen, ob ich einem Enkelkind Wäsche kaufe damit rechnen zu müssen, in irgend einer Kinderpornografieprognose Punkte gesammelt zu haben.Und wenn es mir Spass machen, anzuschauen, wie sich Gruppen ins Ohr ficken, will ich das nach Belieben tun können.

Ich möchte ins Bordell gehen, und dabei kein schlechtes Gewissen haben, weil bei den hunderttausenden Prostituierten in Deutschland, die Spass an ihrer Arbeit haben und sie mit Freude und Eigenmotivation verrichten auch mal Frauen dabei sein könnten, auf die Druck ausgeübt wird.

Ich möchte von mir verdiente und versteuerte Einkommen auch irgendwohin zu ausländischen Banken tragen können, nicht wegen übersteigertem spekulativen Wahn, sondern allein aus Bedürfnis nach purer materieller Obhut, weil ich unserem Staat bzw. den gegenwärtigen Repräsentanten in Bezug auf verantwortlichen Umgang mit Vermögen keinen Millimeter mehr über den Weg traue. Es ist aber schon „irrsinnig“ viel verlangt zu erwarten, dass ich dann halt die Wertsachen irgendwo vergrabe oder unter der Wäsche verstecke.

Nein ich habe nichts zu verbergen, aber ich will auch nicht, dass mir immer und überall irgendjemand hinter Video zusieht. Und übrigens, diese ganze Politikergilde, die uns die Welt erklären will, die ohne einen Funken Selbstzweifel nur das Beste mit uns vorhaben, ohne zu sehen, was sich in der Vergangenheit aus solchem universalen Wohlmeinen regelmäßigen ergeben hat, ich möchte sie rechtzeitig eliminieren!