Archiv für den Monat: August 2010

>Absolute Sicherheit – jedoch kein Geld in London

>Es ist faszinierend, wie das Streben nach 0-Risiko und absoluter Sicherheit immer wieder zu einem Schuss ins Knie wird.

Eine Bekannte fährt kurz nach London. Die junge Dame macht bei der Sparda-München ein Konto auf, um eine Kreditkarte zu bekommen. Sie fährt damit nach London und will Geld abheben. Sie bekommt keines, Karte ist gesperrt, sie steht ohne Geld da. Auf Nachfrage erhält sie die Auskunft, dass es “irgendwo” in den Systemen für wahrscheinlich gehalten wird, dass die Abhebung in London mißbräuchlich geschähe.

Also Empfehlung: Bargeld! Und jedenfalls zwei Karten verschiedener Institute mitnehmen. In manchen Ländern empfehlen sich nun auch Silberstücke.

>Demokratischer Protest ja, solange er nicht stört

>Wie immer auch hier in Stuttgart S21: wenn der Protest bei zunehmendem Polizeieinsatz zunehmend handfest also konkret wird, die Durchführung beabsichtigter Maßnahmen wirklich behindert, dann kommt die Frage, was eigentlich diese Minderheit legitimiert, so aufsässig zu sein. Es kommt der Vorwurf, dass sie sich doch nicht an die demokratischen Spielregeln hält. Demokratisch ist immer die Regierung, die sich zuvor nur wenig um Demokratie, um Beteiligung bei der Meinungsbildung und Entscheidung bemüht hat. Bin gespannt ob der vereinigte Chor der Delegierten in den Stimmbruch kommt, wenn der Termin März 2011 mit den Landtagswahlen näher rückt. Vorher kann man schon mal hier aktiv werden.

Und seit meiner Schulzeit, als wir stets am 20. Juli zum Appell in den Schulhof gestellt wurden, frage ich mich, wann soll man die Bombe in die Aktentasche packen und hineingehen? Wen könnte man fragen? Eine solche Entscheidung wird man naturgemäß nicht abstimmen lassen können. Protest kommt wohl niemals gelegen! Man wird zunächst jedenfalls nicht zu Ehren kommen.

>Enterprise 2.0 – Web 2.0 – Soziale Vernetzung: MACHT

>Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG und Prof. Dr. Peter Kruse, Geschäftsführer der nextpractice GmbH:

“Macht – man redet nicht darüber …Die klassischen Machtstrukturen geraten einfach ins Wanken. Ds Thema Macht wird uns die nächsten Jahre begleiten … Wir haben eine Welt, die sich immer stärker vernetzt und mit dem Web 2.0 ist da jetzt ein Turbolader draufgekommen.” – K.
“Im Bereich der Kreativität brauchen wir Netzwerke, im Bereich der Umsetzung Hierrachie” K.
Wir bekommen eine Renaissance der mittelalterlichen Zünfte. S.
“Das Netz ist ein äußerst willkommender Beschleuniger dessen, was gute Menschen schon immer wollten.” S.
Ich glaube das ist kein  Idealismus, das ist ein systemisches Fakt. Hier findet etwas statt, was Transparenzen von außen erzwingt.  K.
Um nicht in einer Parallelwelt zu autistisch zu leben, muss ich aktiver Mitspieler sein. … Wie viele Parallelwelten beherrsche ich, ohne Fokus zu verlieren, Konzentration. S.
Je stärker Menschen im Netz tätig sind, umso mehr sind wir gezwungen, die Demokratie auch zu leben. S
Die interessante Frage ist, ob man gegen menschliche Grunddynamik, ob das Mensch tatsächlich die Kraft hat… S

Ich frage mich, ob Kruse das nicht aus einer zu sehr konservativen Perspektive sieht. Companies have lost control – over their workforce, their customers, and as a result, their brands. Or, more precisely, as Charlene Li points out in her book Open Leadership, they have never really been in control – what they are actually forced to give up now is their need for control. (aus)

 

>Checken sie mal Ihr VHS-Programm!

>Ich habe mir erlaubt, nach Veröffentlichung einer Lobpreisung des vhs-Herbstprogrammes der Volkshochschule Freilassing im Reichenhaller Tagblatt kritisch in einem Leserbrief zu kommentieren (4.9.10) – checken Sie mal Ihr Programm, wie das bei Ihnen am Ort ist, vielleicht ähnlich? Vielleicht haken Sie mal nach!?

Wichtige Angebote und Hinweise fehlen.

1) Es besteht momentan ein großer Bruch zwischen der Wirklichkeit und dem Bildungsangebot der allermeisten Volkshochschulangebotre. Ein großes Problem ist, dass die Angebotszeiten nur wenig auf die tatsächlichen Beschäftigungszeiten des möglichen Kundenkreises eingehen. Da ist bei den Supermärkten bis zur Tankstelle schon mehr Anpassung an die Kundensituation passiert, dort geht es ja schließlich um Geld.

2) Inhaltlich gibt es weitere Diskrepanzen: Die Menschen kaufen sich heute keinen PC mehr, um dann sich vor das Windows zu setzen und die Kapitel “Dateisystem” und “Textverarbeitung” bis zum “Internet” durch zu arbeiten. EDV oder heute IT (Informationstechnik) beginnt nicht nur mit dem PC. Es werden immer mehr verschiedenste Geräte (Handy, Pad) gekauft, mit denen man von verschiedenen Orten, ins Internet geht und “kontaktet”. Diese Technologie ist geprägt von Kommunikation von Usern und Freunden. Angesagte Themen sind auch für Senioren Facebook, Twitter. Das kann im Prinzip vermeintlich jeder. Solche Entwicklungen produktiv zu nutzen, wird zur volksbildnerischen und volkswirtschaftlichen Frage. Auch das Sprachenlernen dürfte vom Einsatz dieser allgegenwärtig verfügbaren Technologie profitieren, wo es doch um letztlich kostenlose internationale Kommunikation geht.  Natürlich gibt es keine Nachfrage nach solchen Kursen, solange sie nicht angeboten und “vermarktet” werden.

Drittens fehlt der Hinweis auf die Bildungsprämie, einer bundesweiten Förderung, wodurch Erwerbstätige mit weniger als 25.600 zu versteuerndes Jahreseinkommen (gemeinsam Veranlagte x 2) für Weiterbildung 50% der Kursgebühren  bzw. max. 500 € Rabatt (p.a.) bekommen können. Damit es sich beim vhs-Angebot wirklich lohnt, sind mehrere Kurse kombinierbar und z.B. unter die Überschrift “EDV-Auffrischung” zu stellen. Den erforderlichen Bildungsscheck erhält man deutschlandweit bei den zuständigen Beratungsstellen bei einem kurzen Beratungsgespräch mit Vorlage eines Einkommensnachweises. Man kann einen solchen 500-€-Scheck nicht nur für vhs-Angebote, sondern für viele anderen Weiterbildungsangebote, z.B. auch Fernkurse bekommen:  Info und Terminvereinbarung für Region BGL-TS: 08651 9793390 (M. Schön) oder www.bimsev.de/bp 

Eine Bildungseinrichtung, die nicht systematisch auf diese Förderung hinweist, sollte Ihr QM-AZWV-Qualitätszertifikat abschrauben, denn es werden die Interessen von ca. 40% der erwerbstätigen Kunden  ignoriert.

>Deutsche Bank startet Geheim-Börsenplattform in Hongkong – Total-Regulierung für den Edelmetallmarkt

>wie ist das mit dem “Wasser predigen, ….”?

Die Deutsche Bank startet in Hongkong eine Geheim-Plattform für den Börsenhandel, einen Dark Pool, wo anonym gehandelt werden kann. Die DB will das auf andere asiatische Länder ausgedehnen. Es geht darum Gebühren zu sparen, große Preisausschläge sollen verhindert werden. Insidergeschäfte sind nicht kontrollierbar, Steuer ist dabei irrelevant. 
Eigentlich sollten als Reaktion auf die Bankenkrise Finanzgeschäfte transparenter gemacht werden. Das kommt schon auch: Still und leise bereiten die USA im Prinzip eine Total-Regulierung auch für den Edelmetallmarkt (vornehmlich Gold) vor. Bereits ab Januar 2012 sollen alle An- und Verkäufe auch von kleinen Unternehmen, Selbständigen und vor allem Privaten welche 600 US Dollar Volumen übersteigen, mit einem Sonderformular erfasst werden. Rechnen wir zeitnah mit entsprechenden EU-Gesetzen, zum Schutz gegen terroristische Bedrohung?


Nur von wem geht die eigentlich aus?


Jedenfalls kann man zusammenfassend feststellen, dass von den Armen immer mehr jedes Detail bekannt ist – über die Reichen kann man nur Vermutungen anstellen. Die Verteilung des Wohlstandes bleibt im Ungefähren.

>Wie viele sterben eigentlich an Hospitalinfektionen? täglich 4 oder 50?

>Im Verkehr sterben nach aktuellen Statistiken in D zur Zeit jährlich ca. 3.500 Menschen. Über die Zahl der Krankenhausaufenthalte mit Todesfolge wegen Hygieneproblemen schwanken die Angaben beträchtlich – sind es täglich 4 oder 50 Tote? (Quellen unten). Jedenfalls mehr als bei terroristischen Anschlägen – vielleicht sollte unsere Regierung hier mal etwas anders gewichten (dazu auch Pispers). Als Vorschlag, mit besseren Aussichten auf Erfolg, aber kaum auf politische Umsetzung, da hier ein Physiker und kein Politiker spricht:

Nosokomiale Infektionen in Deutschland:
Wie viele gibt es wirklich? Eine Schätzung für das Jahr 2006
P. Gastmeier 1C. Geffers 1 1Institut für Hygiene und Umweltmedizin und Nationales Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Originalarbeit erschienen in Dtsch med Wochenschr 2008; 133: 1111-1115 © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
Zusammenfassung Einleitung: Exakte Daten zur jährlichen Häufigkeit von nosokomialen Infektionen, zur Anzahl der Todesfälle an nosokomialen Infektionen und zur Inzidenz von nosokomialen Infektionen durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) in Deutschland fehlen. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, eine entsprechende Hochrechnung durchzuführen. Methode: Auf der Basis der Daten des Statistischen Jahrbuches 2006, der nationalen Prävalenzstudie NIDEP1, des Krankenhaus-Infektions- Surveillance-Systems (KISS) und einer Untersuchung zur zuschreibbaren Letalität auf der Grundlage der NIDEP2-Studie wurden Schätzungen zur Häufigkeit der oben genannten Parameter vorgenommen. Ergebnisse: Im Jahr 2006 traten in Deutschland ca. 400.000–600.000 nosokomiale Infektionen auf. Bei geschätzten 10.000–15.000 Patienten waren sie die Todesursache. Rund 14.000 nosokomiale MRSA-Infektionen waren zu beobachten. Diskussion: Die genannten Schätzungen sind mit einer Reihe von Limitationen verbunden. ….

Dem Ärzteblatt entnehmen wir: In deutschen Kliniken wird die Zahl jährlicher Hospitalinfektionen auf 400 000 bis 600 000 nosokomiale Infektionen geschätzt, davon 80 000 bis 180 000 potenziell vermeidbar, inklusive etwa 1 500 bis 4 500 Todesfälle (7, 8). Danach sterben täglich vier bis zwölf Menschen an einer vermeidbaren nosokomialen Infektion.

>”Lohnvorschussausfallversicherung” – Private Versicherungen per Gesetz

>Bei der Rentenversicherung wurden die Beiträge nur noch versteckt erhöht und die Renten erniedrigt. Zum Ausgleich kann man sich, soll man sich nun ja privat versichern. Wer die Pflegeversicherung schont, 2 Jahre auf eine halbe Stelle geht, selbst pflegt, bekommt solange 75% bezahlt. Danach sollte er/sie zum Ausgleich weitere 2 Jahre 100% arbeiten und nur 75% bekommen. Falls diese weiteren ausgleichenden Jahre nicht geleistet werden, soll nun jeder eine “Lohnvorschussausfallversicherung” abschließen müssen. Warum wird das nich aus der Pflegeversicherung gedeckt, die wohl sehr davon profitiert?

Weil auch Familienministerin Schröter in der Versicherungswirtschaft etwas werden will, wie schon Riester und Konsorten …

>der Segen der neuen Ausweise

>Der neue Personalausweis ermöglicht es den deutschen Behörden, die Bürger schnell und zuverlässig zu identifizieren. RFID-Chips sind der wesentliche Bestandteil des Ausweises. Die Chips können mit steigender Tendenz aktuell aus bis zu 70 m Entfernung ausgelesen werden. Es ist erfahrungsgemäß nur eine Frage der Zeit und wird keine 10 Jahre dauern: Auf der ganzen Welt kann dann jemand mit einem billigen Scanner den Ausweis auslesen und vervielfältigen. Es können vielerorts, bei Demonstrationen, im Verkehr, Protokolle über die Anwesenheit von Personen hergestellt werden.

Es ist zu erwarten, dass eine zeitlang der Personalausweis eher Beweis für die Identität sein wird als die konkrete Person. D.h. wenn die Gegenwart des Ausweises dokumentiert wird, wird es Ihnen schwer fallen, nachzuweisen, dass nur der Ausweis oder eine Kopie am “Tatort” zugegen waren. Bis jetzt glauben viele Gerichte ja immer noch, dass nur Sie mit Ihrer PIN Geld abheben können und kein Fremder, obwohl Abhebungen dokumentiert sind, wo die PIN gar nicht zugestellt wurde. Also da wird noch viel Leid produziert werden.

Empfehlung bei nur noch geringer Restlaufzeit des PA: jetzt im September noch einen alten PA für 8 € (ca 1/3 der Kosten des neuen PA) beantragen, dann sehen wir mal weiter.

>Amerikas Arbeitsmarkt wird von Indien erschlossen

>Die Inder fangen jetzt auch mit Outsourcing an. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Löhne sinken: In den USA hat das nun erstaunliche Konsequenzen. Indische Call-Center-Betreiber haben angekündigt, in den USA Tausende Jobs zu schaffen. Laut “Financial Times” lohnt es sich für indische Call-Center-Betreiber, Arbeitsplätze in die Vereinigten Staaten zu verlagern – denn die Gehälter sind inzwischen ähnlich niedrig wie in ihrer Heimat.

Werden wir alle gleicher? Oder treffen wir uns nach und nach am Boden der Realität, wo wir nach luftig-lustigen Höhenflügen nun aufschlagen?

>Bayern büßt bei der Bildung Punkte ein.

>Es sei dahingestellt, ob das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Hinblick auf Prognosen im Bildungssystem und mit seinem Ranking mehr Glück hat als in seinem ureigenen Gebiet der Wirtschaft. Die Fakten sind, dass wir für unser Bildungssystem 155 Mrd € ausgeben, worin (mit steigender Tendenz) jeder zehnte Schüler zusätzlich Nachhilfeunterricht besucht. Alljährlich werden etwa acht Prozent der Schulabgänger ohne Schulabschluss entlassen. Für den Übergang in den Beruf organisiert die Bundesagentur für Arbeit zusammen mit Bildungsträgern für weitere 6 Mrd einen Puffer zur Arbeitsvermeidung, so dass fünfzehn Prozent der Jugendlichen zwischen 20 und 29 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Die höhere Bildung wartet seit über einer Lehrergeneration auf eine Entrümpelung und erteilt eine Hochschulreife, ohne dass der Großteil der Absolventen auch nur vage Vorstellungen über seine Zukunft vermittelt bekommt. Die Hochschule wurde reformiert, in dem dieses Schulkonzept auf sie übertragen und Abschlüsse spezialisiert und beschleunigt wurden, Studium bietet noch weniger Chance zur Erweiterung des geistigen Horizonts. Und die alleinerziehende Mutter in Bad Reichenhall, die sich von Hartz befreien konnte und arbeitet, wird auch dieses Jahr zu Beginn des Schuljahres eine Woche von ihren 20 Tagen Urlaub nehmen müssen, bis sich das System Schule zusammenfindet und eine halbwegs kontinuierliche Betreuung der Kinder organisieren kann. Sie fragt nicht nach Rankings und wundert sich nur.